Autor: Redaktion

Offene Diskussion statt Schmutzkampagne

Wir schreiben diesen offenen Brief als aktuelle und ehemalige Redakteure der Zeitschrift „telegraph“, in der Andrej Holm von 1998 bis 2001 mitarbeitete. Der „telegraph“ ist eine Zeitschrift, die ihren Ursprung in der DDR-Opposition der 1980er Jahre hat. Sie entstand 1989 aus den „Umweltblättern“ und war Teil der basisdemokratischen Friedens-, Umwelt- und Dritte-Welt-Bewegung der DDR. Einige von uns haben die unangenehme „Bekanntschaft“ mit dem Repressionsapparat der DDR gemacht, saßen in Haft.   Trotz dieser Vergangenheit distanzieren wir uns auf das Schärfste von der aktuellen Schmutzkampagne gegen Andrej Holm. Wir haben über lange Jahre mit Andrej zusammengearbeitet. Er ist dabei uns und anderen gegenüber offen mit seiner Biographie umgegangen. Wir wussten, dass er bei der Stasi tätig war. Andrej machte aus dieser Tatsache nie ein Geheimnis, er redete mit jedem darüber, der es wissen wollte, wie es zu dieser Verfehlung kam und was er jetzt darüber denkt. Später, im Zusammenhang mit dem gegen ihn angestrengten Ermittlungsverfahren, machte er seine persönliche Geschichte in einer Tageszeitung öffentlich.   Damit hat Andrej genau das getan, was weite Teile der ehemaligen …

„Ich, Daniel Blake“ Regie Ken Loach, GB, 2016

Kleiner Mann was nun?

„Ich, Daniel Blake“ Regie Ken Loach, GB, 2016

Von Angelika Nguyen

Wer ist Daniel Blake? Daniel Blake, um die 50, von Beruf Tischler, ist ein freundlicher, aufmerksamer, hilfsbereiter Mann aus Newcastle.

Der Spanische Bürgerkrieg – eine „Tragödie der Freiheit“?

Eine Diskussion im Rahmen der Ausstellung „Tragödie der Freiheit“ – Revolution und Krieg in Spanien 1936 – 39. Fragmente. mit Werner Abel und Dieter Nelles (sowie fundierten Wortmeldungen aus dem Publikum) Moderation: Gerhard Hanloser 17.11.2016, 19 Uhr, Robert-Havemann-Saal, Haus der Demokratie & Menschenrechte Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin Der Spanische Bürgerkrieg – eine „Tragödie der Freiheit“? Oder war es eine „Tragödie der Linken“? Ein „Bruderkampf“ wegen der Frage Soziale Revolution vs. breites antifaschistisches Bündnis? Oder sind die erzielten Erfolge wichtiger als die letztliche Niederlage? 80 Jahre nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs wollen wir über Perspektiven, Bewertungen und die aktuelle Bedeutung der Ereignisse sprechen. Die drei politisch engagierten Wissenschaftler und Experten in der Sache werden den Abend mit Eingangsstatements eröffnen und dann gemeinsam mit den Anwesenden diskutieren. Vorstellung des Podiums: Werner Abel studierte Philosophie. In der DDR hatte er als sozialistischer Abweichler Berufsverbot, nach 1989 war er als Politologe an der TU Chemnitz tätig und Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seit Jahren ist er mit kleinen und großen Veröffentlichungen und Veranstaltungen zu Spanien aktiv, im Rahmen des KFSR …

Autonome zu Zeiten der Wende

Wo sind sie geblieben, die Schrecken der Straße und der BILD? Wo kamen sie her und was taten sie in einer Zeit, als bürgerliche Medien noch kein „Links“ davor schrieben. Einer der seit Beginn dabei war, schildert seine subjektiven Erlebnisse.

Erinnerungen an Tschernobyl

Jenz Steiner befragte auf seiner Reisen durch Russland und Belarus, aber auch in Berlin, immer wieder Leute, welche Erinnerungen sie mit der Tschernobyl-Katastrophe verbinden. Heraus kam eine kleine Sammlung erschreckender, ganz subjektiver Details, die nie in einem Geschichtsbuch stehen werden

Abschied via Skype, Kohlenschleppen in Kreuzberg, Eifersucht in Lissabon

12. Berlin-Film-Festival 13. – 20. April 2016 Von Angelika Nguyen Ein Spielautomatenknacker mit desolater Familie, ein traumatisierter deutscher Lehrer, ein Mädchen mit Schussverletzung aus Zentralafrika, ein Ex-Jugoslawe mit vier Pässen, ein aus Berlin stammender englischer Rabbi, ein kubanischer Video-Filmer, ein tapferer Kohlenhändler, Geflüchtete des Herbstes 2015, ein krankhaft eifersüchtiger Arzt, Ex-Models. – Eine bunte Mischung von Film-Figuren bevölkern wieder die Kinos des Berlin-Filmfestivals. Das Festival – mit Wettbewerben für diverse Filmformate und anderen Sektionen – hat sich gut etabliert in den letzten Jahren und erfreut sich guter Besuchszahlen. So unterschiedlich wie die Themen der Filme sind auch die Sorgen der Protagonistinnen und Protagonisten: Während im Westen oft Beziehungsprobleme, Einsamkeit, Psychologie und Sinnkrisen im Vordergrund stehen, sind Geschichten aus dem anderen Teil der Welt, die sich auch in Berlin abspielen können, geprägt von existenzielleren Erfahrungen wie Bomben im Balkankrieg, Überfälle kongolesischer Rebellen auf zentralafrikanische Dorfbewohner, Hunger, Entwurzelung, Flucht. Dass man als Besucher diese globalen Gegensätze im Stundentakt und mit immer neuen Geschichten erleben kann, ist einer der Reize des Festivals. Eine Quizfrage ist zuweilen: was hat …