Von Jürgen Schneider
Slowenien hat sich wegen der Teilnahme Israels von der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 zurückgezogen, der sich dem Brain-, Pink- und Artwashing verschrieben hat. Damit war die Teilnahme von Laibach ausgeschlossen. Das slowenische Staatsfernsehen hatte Laibachs ›Allgorythm‹ aus dem neuen Album Musick ernsthaft als ESC-tauglich ins Auge gefasst. Was die Laibach-Musiker von einer ESC-Teilnahme gehalten hätten, ist nicht überliefert. In ihrem Song ›Eurovision‹, veröffentlicht Ende 2013 auf dem Album Spectre, heißt es: »Oceans of souls / They are trying so hard /But the minds are kept shut / Europe is falling apart /Europe is falling.«
Laibach-Propagandist Ivan Novak sagte jüngst in einem von dem Laibach-Aficionado Robert Mießner geführten taz-Interview: »Musik ist überbewertet und unverzichtbar zugleich. Und genau deshalb hält sie sich so hartnäckig. Musik hat schon immer zu viel versprochen: Transzendenz, Einheit, Befreiung, ja sogar Wahrheit. Diese Versprechen werden selten erfüllt, doch sie prägen weiterhin unsere Erwartungen. In diesem Sinne ist Musik überbewertet – nicht, weil es ihr an Kraft mangelt, sondern weil wir sie mit Erwartungen überfrachten, denen sie nicht gewachsen ist. Gleichzeitig ist sie eines der effizientesten Systeme, die je entwickelt wurden, um Emotionen, Erinnerung und kollektive Erfahrung zu organisieren. Sie umgeht die Sprache, verankert sich im Körper und wiederholt sich unermüdlich. Das macht es schwer, sie aufzugeben, selbst wenn man „die Musik satthat“. Mit genau diesem Widerspruch spielt das neue Laibach-Album Musick: Sättigung versus Abhängigkeit.« (https://taz.de/Ivan-Novak-von-Laibach-im-Gespraech/!6176182/)
Statt beim Eurovision Song Contest ist Laibach in Süddeutschland am 19. Mai 2026 zu erleben (Manufaktur, Schorndorf // https://www.club-manufaktur.de/kategorie/konzert/), in Westdeutschland am 20. Mai 2026 in Köln in der Essigfabrik (https://essig-fabrik.de/programm/).
Weitere Termine hier: https://www.laibach.org/future-events/.
